Was sich für Pflegekräfte in zehn Jahren verändert hat

Veröffentlicht am 01.09.2026

Pflege im Wandel: Pflegekraft hält Tablet in der Hand

Die Pflege beschäftigt mehr Menschen, ist vielfältiger geworden und erhält mehr politische Aufmerksamkeit. Bildquelle: canva.com

In zehn Jahren kann sich in einem Beruf viel verändern. Für die Pflege gilt das ganz besonders: Seit 2015 haben Reformen die Ausbildung, Bezahlung und beruflichen Möglichkeiten verändert. Gleichzeitig haben die COVID-19-Pandemie, der demografische Wandel und der anhaltende Fachkräftemangel bestehende Probleme deutlicher sichtbar gemacht.

Doch was hat sich für Pflegekräfte tatsächlich verbessert? Welche Reformen haben den Beruf verändert – und welche Probleme bestehen bis heute? Wir blicken auf zehn Jahre Pflege zurück und zeigen die wichtigsten Entwicklungen seit 2015 sowie die Veränderungen, die 2026 und 2027 anstehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • 🎓 Die Pflegeausbildung wurde grundlegend reformiert: Seit 2020 ersetzt die generalistische Pflegeausbildung die zuvor getrennten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege.
  • 🦠 Corona wurde zur Belastungsprobe: Die COVID-19-Pandemie machte Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und die Bedeutung professioneller Pflege besonders sichtbar.
  • 💶 Die Bezahlung rückte stärker in den Fokus: Tarifregelungen und steigende Pflegemindestlöhne haben die Lohnentwicklung in Teilen der Pflege verbessert.
  • 🎓 Das Pflegestudium wurde gestärkt: Seit 2024 erhalten Studierende in der hochschulischen Pflegeausbildung unter anderem eine Vergütung.
  • 🩺 Pflege erhält mehr berufliche Perspektiven: Akademisierung, Spezialisierung und neue Kompetenzbereiche verändern das Berufsbild und eröffnen zusätzliche Karrierewege.
  • 🔮 Die Reformen gehen weiter: Ab 2027 startet eine bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung und ersetzt die bislang unterschiedlichen landesrechtlichen Ausbildungen.

Anna Liebig

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Fachkräftemangel und Arbeitsbedingungen in der Pflege

Eine der größten Herausforderungen in der Pflege hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert: Es fehlen qualifizierte Pflegekräfte. Dabei ist die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen durchaus gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit arbeiten heute deutlich mehr Menschen in der Pflege als noch vor zehn Jahren. Auch die Zuwanderung ausländischer Pflegekräfte trägt zunehmend dazu bei, offene Stellen zu besetzen.

Gleichzeitig hat sich der Pflegeberuf weiterentwickelt. Reformen wie das Pflegeberufegesetz haben die Ausbildung neu organisiert, zusätzliche Qualifizierungswege und Studienmöglichkeiten wurden geschaffen. Nicht zuletzt durch die COVID-19-Pandemie rückten außerdem die Arbeitsbedingungen und der Personalmangel in der Pflege stärker in den gesellschaftlichen und politischen Fokus.

Gelöst ist der Fachkräftemangel dadurch jedoch nicht. Das zeigt sich besonders deutlich bei Pflegefachkräften: 2026 kommen laut Bundesagentur für Arbeit auf 100 gemeldete Stellen lediglich 57 arbeitslose Pflegefachkräfte. Arbeitgeber können offene Fachkraftstellen daher häufig nicht kurzfristig mit entsprechend qualifiziertem Personal besetzen.

Hinzu kommen Arbeitsbedingungen, die den Beruf für viele Pflegekräfte belastend machen. Dazu gehören Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit sowie eine hohe Arbeitsbelastung. Knapp die Hälfte der Beschäftigten in Pflegeberufen arbeitet inzwischen in Teilzeit. Das muss zwar nicht ausschließlich auf belastende Arbeitsbedingungen zurückzuführen sein – Teilzeitarbeit kann beispielsweise auch mit familiären Verpflichtungen oder persönlichen Präferenzen zusammenhängen. Die hohe Quote zeigt aber, dass eine steigende Zahl an Beschäftigten nicht automatisch bedeutet, dass im gleichen Umfang zusätzliche Arbeitszeit für die Versorgung zur Verfügung steht.

Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre zeigt damit ein widersprüchliches Bild: Die Pflege beschäftigt mehr Menschen, ist vielfältiger geworden und erhält mehr politische Aufmerksamkeit. Gleichzeitig bleibt der Mangel an qualifizierten Fachkräften eine der zentralen Herausforderungen. Viele der Reformen der vergangenen Jahre setzen genau hier an – unter anderem bei Ausbildung, Bezahlung und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten.

Was hat sich verändert? Was ist geblieben?
Beschäftigtenzahl in der Pflege ist gestiegen Fachkräfteengpass besteht weiterhin
Mehr ausländische Pflegekräfte arbeiten in Deutschland Hohe Teilzeitquote
Pflege erhält mehr politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit
Mehr Ausbildungs- und Qualifizierungswege Hohe Arbeitsbelastung
Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen

Pflegeberufereformgesetz: Grundlage für die generalistische Pflegeausbildung

Mit dem 2017 beschlossenen Pflegeberufereformgesetz wurden die zuvor getrennt geregelten Pflegeausbildungen neu organisiert. Seit 2020 absolvieren Auszubildende zunächst zwei Jahre gemeinsam eine generalistisch ausgerichtete Pflegeausbildung. Im dritten Ausbildungsjahr können sie die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann fortsetzen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind daneben gesonderte Abschlüsse in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege möglich.

Das Pflegestudium wird attraktiver

Neben der beruflichen Pflegeausbildung gibt es mit dem primärqualifizierenden Pflegestudium einen zweiten Weg in den Pflegeberuf. Das Studium verbindet wissenschaftliche Inhalte mit umfangreichen Praxiseinsätzen und führt sowohl zu einem Hochschulabschluss als auch zur Berufszulassung als Pflegefachperson.

Ein wichtiger Schritt zur Stärkung dieses Ausbildungswegs erfolgte 2024: Seitdem erhalten Studierende in der hochschulischen Pflegeausbildung für die gesamte Dauer ihres Studiums eine angemessene Vergütung. Zuvor war die fehlende Vergütung ein wesentlicher Unterschied zur beruflichen Pflegeausbildung.

Auch nach der Ausbildung beziehungsweise dem ersten Studienabschluss bieten Hochschulen zunehmend Möglichkeiten zur akademischen Weiterqualifizierung. Je nach beruflichem Ziel kommen beispielsweise Studiengänge in Pflegewissenschaft, Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder Advanced Nursing Practice infrage. Sie können Pflegefachpersonen neue Tätigkeitsfelder in Wissenschaft, Management, Lehre oder spezialisierten pflegerischen Rollen eröffnen.

Die zunehmende Akademisierung erweitert damit die Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Pflege. Gleichzeitig ist sie nicht als alleinige Lösung für den Fachkräftemangel zu verstehen. Entscheidend ist auch, ob für akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen entsprechende Stellen, Verantwortungsbereiche und berufliche Perspektiven in der Versorgung geschaffen werden.

COVID-19-Pandemie: Die Corona-Pandemie wird zur Belastungsprobe

Die COVID-19-Pandemie stellte Pflegekräfte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten vor außergewöhnliche Herausforderungen. Hohe Arbeitsbelastung, Infektionsrisiken, Personalausfälle und zeitweise knappe Schutzausrüstung prägten den Arbeitsalltag. Gleichzeitig rückte die gesellschaftliche Bedeutung professioneller Pflege stärker in die öffentliche Wahrnehmung.

Die Pandemie machte aber auch strukturelle Probleme sichtbar, die bereits zuvor bestanden hatten – darunter Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und schwierige Arbeitsbedingungen.

Pflegebonus: Finanzielle Anerkennung für besondere Belastungen

Als Würdigung der hohen Belastung des Pflegesektors während der Pandemie entschied sich die Bundesregierung dazu, einen Pflegebonus zur Verfügung zu stellen. 2022 stellte die Bundesregierung insgesamt eine Milliarde Euro für Corona-Pflegeboni bereit – jeweils 500 Millionen Euro für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Der Bonus war eine finanzielle Anerkennung besonderer Belastungen, änderte jedoch nichts an strukturellen Problemen wie Personalmangel, Dienstplangestaltung oder dauerhaft hoher Arbeitsbelastung.

Tariforientierte Bezahlung wird in der Langzeitpflege wichtiger

Ein sehr wichtiger Meilenstein: Seit dem 1. September 2022 dürfen Pflegeheime und ambulante Pflegedienste grundsätzlich nur noch zur Versorgung zugelassen werden, wenn sie ihre Beschäftigten in Pflege und Betreuung tarifgebunden oder entsprechend einem Tarifniveau bezahlen.

Steigende Pflegemindestlöhne: Mindestentgelte für Beschäftigte steigen

Auch bei der Bezahlung hat sich in den vergangenen zehn Jahren einiges verändert. Neben dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gibt es für Beschäftigte in der Altenpflege einen eigenen Pflegemindestlohn. Dieser liegt über dem allgemeinen Mindestlohn und wurde in den vergangenen Jahren mehrfach angehoben. Seit 2021 wird außerdem zwischen Pflegehilfskräften, qualifizierten Pflegehilfskräften und Pflegefachkräften unterschieden.

Die nächste Erhöhung trat am 1. Juli 2026 in Kraft. Seitdem beträgt der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte 16,52 Euro pro Stunde, für qualifizierte Pflegehilfskräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung 17,80 Euro und für Pflegefachkräfte 21,03 Euro. Zum 1. Juli 2027 steigen die Mindestentgelte erneut auf 16,95 Euro, 18,26 Euro beziehungsweise 21,58 Euro.

Qualifikation ab 1. Juli 2026 ab 1. Juli 2027
Pflegehilfskraft 16,52 € 16,95 €
Qualifizierte Pflegehilfskraft 17,80 € 18,26 €
Pflegefachkraft 21,03 € 21,58 €

Der Pflegemindestlohn legt allerdings lediglich die Lohnuntergrenze fest. Viele Pflegekräfte verdienen aufgrund von Tarifverträgen oder individuellen Arbeitsverträgen mehr. Hinzu kommen je nach Arbeitgeber und Arbeitszeit beispielsweise Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit.

Für die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist der Pflegemindestlohn dennoch relevant: Die gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze für Beschäftigte in der Pflege ist deutlich gestiegen und berücksichtigt inzwischen auch die Qualifikation der Beschäftigten. Die tatsächliche Bezahlung unterscheidet sich jedoch weiterhin erheblich – unter anderem nach Arbeitgeber, Tarifbindung, Berufserfahrung, Qualifikation und Arbeitsbereich.

Das Pflegestudium wird gestärkt

Auch die hochschulische Pflegeausbildung wurde in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Seit 2024 erhalten Studierende in primärqualifizierenden Pflegestudiengängen für die Dauer ihres Studiums eine angemessene Vergütung. Damit wurde ein wesentlicher Unterschied zur beruflichen Pflegeausbildung reduziert.

Das Pflegestudium verbindet die Berufszulassung als Pflegefachperson mit einem akademischen Abschluss. Es soll Pflegefachpersonen dazu befähigen, wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Versorgung einzubeziehen und erweiterte Aufgaben zu übernehmen. Daneben bestehen weiterführende Studienmöglichkeiten beispielsweise in Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder spezialisierten pflegerischen Bereichen.

Ausblick 2027: Die Pflegefachassistenzausbildung wird bundesweit einheitlich

Ab dem 1. Januar 2027 startet die neue vergütete Pflegefachassistenzausbildung. Sie ersetzt die bislang 27 unterschiedlichen landesrechtlich geregelten Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen durch ein bundeseinheitliches Berufsprofil. Damit sollen Ausbildung und Berufsabschluss künftig deutschlandweit vergleichbarer werden und ein Wechsel zwischen den Bundesländern erleichtert werden.

Die Ausbildung vermittelt Kompetenzen für die Unterstützung von Pflegefachpersonen und die Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Gleichzeitig erhalten die Auszubildenden eine Vergütung. Die bundesweiten Rahmenpläne für die theoretische und praktische Ausbildung wurden im Juni 2026 übergeben und bilden eine Grundlage für den Start der neuen Ausbildung 2027.

Für die Pflege bedeutet die Reform einen weiteren Schritt hin zu einheitlicheren Ausbildungs- und Qualifikationswegen. Gleichzeitig soll mit der Pflegefachassistenz eine klar definierte Berufsgruppe geschaffen werden, die Pflegefachpersonen im Versorgungsalltag unterstützen kann.

Die Bilanz: Was hat sich für Pflegekräfte in zehn Jahren tatsächlich verändert?

Bereich Was hat sich verbessert? Was bleibt problematisch?
Ausbildung Generalistische Pflegeausbildung, Ausbildungsvergütung und neue bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung Gewinnung und langfristige Bindung ausreichend vieler Fachkräfte
Bezahlung Höhere Pflegemindestlöhne und stärkere Tariforientierung in der Langzeitpflege Weiterhin deutliche Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitgebern, Regionen und Arbeitsbereichen
Karriere Mehr Studien-, Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten Neue und akademische Rollen sind noch nicht überall im Versorgungsalltag etabliert
Arbeitsmarkt Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen ist gestiegen Pflegefachkräfte gehören weiterhin zu den Engpassberufen
Arbeitsbedingungen Arbeitsbelastung und Personalmangel erhalten mehr politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit sowie hohe Arbeitsbelastung bleiben für viele Pflegekräfte Alltag
Kompetenzen Pflegefachliche Kompetenzen und eigenständige Verantwortungsbereiche werden stärker definiert Erweiterte Kompetenzen und neue Rollen müssen in der Praxis noch flächendeckend umgesetzt werden

Fazit: Die Pflege hat sich verändert – die großen Herausforderungen bleiben

In den vergangenen zehn Jahren hat sich in der Pflege viel bewegt. Die Ausbildung wurde mit der Generalistik neu aufgestellt, die Mindestentgelte sind gestiegen und neue Studien-, Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten eröffnen Pflegekräften heute vielfältigere Karrierewege. Mit der bundeseinheitlichen Pflegefachassistenzausbildung folgt 2027 bereits die nächste größere Veränderung.

Gleichzeitig zeigt der Rückblick, dass Reformen allein nicht alle Probleme lösen konnten. Zwar arbeiten heute deutlich mehr Menschen in Pflegeberufen als noch vor zehn Jahren, dennoch besteht weiterhin ein erheblicher Fachkräftemangel. Hinzu kommen für viele Pflegekräfte eine hohe Arbeitsbelastung sowie Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit.

Die Bilanz fällt deshalb gemischt aus: Pflege ist vielfältiger geworden, Qualifikationswege wurden weiterentwickelt und die Bezahlung hat stärker an Bedeutung gewonnen. Die entscheidende Aufgabe für die kommenden Jahre bleibt jedoch, diese Veränderungen auch im Arbeitsalltag spürbar zu machen. Dazu gehören ausreichend Personal, verlässliche Arbeitsbedingungen, eine angemessene Bezahlung und die Möglichkeit für Pflegefachpersonen, ihre Kompetenzen tatsächlich einzusetzen.

Die häufigsten Fragen zur Entwicklung in der Pflege

Wie hat sich die Pflege in den letzten 10 Jahren verändert?

In den vergangenen zehn Jahren haben mehrere Reformen den Pflegeberuf verändert. Dazu gehören insbesondere die Einführung der generalistischen Pflegeausbildung, steigende Pflegemindestlöhne, die stärkere Tariforientierung in der Langzeitpflege und die Weiterentwicklung des Pflegestudiums. Gleichzeitig sind neue Qualifikations- und Karrierewege entstanden. Herausforderungen wie Fachkräftemangel, hohe Arbeitsbelastung und Schichtarbeit bestehen jedoch weiterhin.

Was hat sich seit 2020 in der Pflege verändert?

2020 startete die generalistische Pflegeausbildung, die die zuvor getrennten Ausbildungen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege neu organisiert hat. Gleichzeitig prägte ab 2020 die COVID-19-Pandemie den Pflegealltag und rückte Themen wie Personalmangel und Arbeitsbedingungen stärker in die öffentliche Diskussion. In den folgenden Jahren kamen weitere Veränderungen bei Bezahlung, Pflegestudium und Qualifikationswegen hinzu.

Wann wurde die generalistische Pflegeausbildung eingeführt?

Die generalistische Pflegeausbildung startete zum 1. Januar 2020 auf Grundlage des Pflegeberufegesetzes. Auszubildende werden seitdem zunächst gemeinsam für die Pflege von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und in verschiedenen Versorgungsbereichen ausgebildet. Der generalistische Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ermöglicht den Einsatz in unterschiedlichen Bereichen der Pflege.

Wie hat sich die Bezahlung in der Pflege verändert?

Die Bezahlung ist in den vergangenen Jahren stärker in den politischen Fokus gerückt. Der branchenspezifische Pflegemindestlohn wurde mehrfach erhöht und unterscheidet inzwischen nach Qualifikation. Zudem ist in der Langzeitpflege seit 2022 eine tarifliche beziehungsweise tariforientierte Bezahlung eine Voraussetzung für die Zulassung von Pflegeeinrichtungen zur Versorgung. Wie viel eine Pflegekraft tatsächlich verdient, hängt jedoch weiterhin unter anderem von Qualifikation, Berufserfahrung, Arbeitgeber, Tarifvertrag und Arbeitsbereich ab.

Warum gibt es trotz mehr Beschäftigten weiterhin einen Fachkräftemangel in der Pflege?

Obwohl die Zahl der Beschäftigten in Pflegeberufen in den vergangenen Jahren gestiegen ist, reicht das verfügbare Fachpersonal weiterhin nicht aus, um den Bedarf zu decken. Gleichzeitig steigt durch die alternde Bevölkerung der Bedarf an pflegerischer Versorgung. Hinzu kommen unter anderem eine hohe Teilzeitquote und Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Fachkraftstellen. Pflegefachkräfte zählen deshalb weiterhin zu den Engpassberufen.

Was ändert sich 2027 in der Pflege?

Zum 1. Januar 2027 startet die neue bundeseinheitliche und vergütete Pflegefachassistenzausbildung. Sie ersetzt die bislang unterschiedlichen landesrechtlich geregelten Pflegehilfe- und Pflegeassistenzausbildungen durch ein einheitliches Berufsprofil. Damit sollen die Qualifikationswege vereinheitlicht und die Vergleichbarkeit der Abschlüsse verbessert werden.

Quellen

Bundesagentur für Arbeit. Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen. Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesagentur für Arbeit – Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen

Bundesministerium für Gesundheit. Pflegeberufegesetz. Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesministerium für Gesundheit – Pflegeberufegesetz

Bundesministerium für Gesundheit. Fragen und Antworten zum Pflegeberufegesetz. Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesministerium für Gesundheit – FAQ zum Pflegeberufegesetz

Bundesministerium für Gesundheit. Pflegestudiumstärkungsgesetz (PflStudStG). Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesministerium für Gesundheit – Pflegestudiumstärkungsgesetz

Bundesministerium für Gesundheit. Das ändert sich 2024 in Gesundheit und Pflege. Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesministerium für Gesundheit – Änderungen 2024

Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Branchenmindestlöhne – Pflegebranche. Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Branchenmindestlöhne

Bundesministerium für Gesundheit. Fachkommission übergibt Rahmenlehrplan und Rahmenausbildungsplan für die bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung. 30.06.2026. Abgerufen am 01.09.2026, von: Bundesministerium für Gesundheit – Pflegefachassistenzausbildung

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