Vaskuläre Demenz: Ursachen, Symptome und Behandlung

Veröffentlicht am 25.03.2026

Eine Frau steht einem Mann gegenüber und hält lächelnd seine Hand.

Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Demenzform. Quelle: Canva

Nach der Alzheimer-Erkrankung ist die vaskuläre Demenz die zweithäufigste Form der Demenz. Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn und betrifft vorwiegend ältere Menschen. Für Pflegekräfte, Angehörige und Betroffene ist es wichtig zu verstehen, wie diese Erkrankung entsteht, wie sie verläuft und welche Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten bestehen. Dieser Artikel erklärt, was vaskuläre Demenz ist, welche Symptome auftreten, wie sich die Krankheit entwickelt und welche Maßnahmen im Pflegealltag hilfreich sein können.

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Was ist vaskuläre Demenz?

Bei der vaskulären Demenz handelt es sich um eine Form der Demenz, die durch Schädigungen der Blutgefäße im Gehirn verursacht wird. Das Wort „vaskulär“ leitet sich vom lateinischen vasculum für „Gefäß“ ab.

Durch Durchblutungsstörungen, kleine Schlaganfälle oder Gefäßverengungen erhalten bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. In der Folge sterben Nervenzellen ab, was zu kognitiven Einschränkungen führt. Typische Ursachen sind:

Gut zu wissen!
Anders als bei der Alzheimer-Demenz steht bei der vaskulären Demenz eine Gefäßerkrankung als Auslöser im Vordergrund.

In welchem Alter beginnt vaskuläre Demenz?

Eine vaskuläre Demenz tritt in der Regel erst im höheren Lebensalter auf. Sie beginnt häufig ab dem 65. Lebensjahr, kann jedoch auch früher auftreten, insbesondere bei Vorliegen starker Gefäßrisikofaktoren.

Anna Liebig

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Ein erhöhtes Risiko zu erkranken haben Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, die rauchen oder unter Herzrhythmusstörungen leiden. Ein gesunder Lebensstil und eine gute Behandlung dieser Risikofaktoren können daher helfen, das Risiko zu reduzieren.

Wie fängt vaskuläre Demenz an?

Der Beginn unterscheidet sich häufig von dem anderen Demenzformen. Während sich Alzheimer meist schleichend entwickelt, beginnt vaskuläre Demenz oft plötzlich oder schubweise — beispielsweise nach einem Schlaganfall oder mehreren, zunächst unbemerkten kleinen Gefäßschädigungen. Frühe Anzeichen sind häufig:

  • Konzentrationsprobleme
  • Schwierigkeiten bei Planung und Organisation
  • verlangsamtes Denken
  • Entscheidungsunsicherheit
  • Stimmungsschwankungen

Teilweise treten bereits früh Gangunsicherheit oder Gleichgewichtsstörungen auf. Da diese Veränderungen unspezifisch sein können, werden sie anfangs nicht immer als Warnsignale erkannt.

Vaskuläre Demenz: Symptome

Die Symptome der vaskulären Demenz können sich in ihrer Ausprägung erheblich unterscheiden. Die Symptome hängen in erster Linie davon ab, welche Hirnregionen durch Durchblutungsstörungen geschädigt wurden. 

Zu den häufigsten kognitiven Veränderungen zählen Gedächtnisprobleme, eingeschränkte Aufmerksamkeit sowie ein insgesamt verlangsamtes Denken. Bei vielen Betroffenen treten Schwierigkeiten bei der Planung komplexer Aufgaben sowie der Entscheidungsfindung auf.

Neben den kognitiven Einschränkungen treten bei der vaskulären Demenz häufig auch körperliche Symptome auf. Dazu zählen beispielsweise Gangstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder eine Muskelschwäche.

Auch psychische Veränderungen sind möglich. Bei einigen Betroffenen können depressive Verstimmungen, eine erhöhte Reizbarkeit sowie stärkere emotionale Schwankungen auftreten. Im Pflegealltag fällt außerdem häufig auf, dass die Leistungsfähigkeit im Tagesverlauf stark variieren kann.

Diagnostik der vaskulären Demenz

Die Diagnose basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, neuropsychologischer Testung und bildgebender Diagnostik. Von besonderer Bedeutung ist der Nachweis vaskulärer Veränderungen im Gehirn.

Hierbei spielen Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) oder die Computertomographie (CT) eine zentrale Rolle. Mit ihrer Hilfe können Infarkte, Mikroangiopathien oder andere Durchblutungsstörungen sichtbar gemacht werden. Zusätzlich werden im Rahmen von Blutuntersuchungen oder kardiovaskulärer Diagnostik häufig vaskuläre Risikofaktoren abgeklärt.

Anatomie des menschlichen Gehirns. Quelle: Pflegia

Wie verläuft eine vaskuläre Demenz?

Der Krankheitsverlauf dieser Form der Demenz ist von anderen Formen der Demenz zu unterscheiden. Ein typischer Verlauf ist dabei stufenförmig. Dies bedeutet, dass sich der Zustand der Betroffenen nach einem Schlaganfall oder einer neuen Gefäßschädigung plötzlich verschlechtern kann. Im Anschluss an den genannten Prozess stabilisiert sich der Zustand für einen bestimmten Zeitraum. Der Wechsel zwischen stabilen Phasen und plötzlichen Verschlechterungen ist ein typisches Merkmal der vaskulären Demenz. 

Wie schnell schreitet die vaskuläre Demenz voran?

Die Geschwindigkeit, mit der sich die Erkrankung entwickelt, kann von Person zu Person stark variieren. Während einige Betroffene über längere Zeit stabile Phasen erleben, kommt es bei anderen schneller zu weiteren Verschlechterungen.

Mehrere Faktoren können den Verlauf beeinflussen. Dazu gehören vor allem die Anzahl und Schwere von Schlaganfällen, der allgemeine Gesundheitszustand und die konsequente Behandlung bestehender Risikofaktoren. Auch körperliche Aktivität, soziale Kontakte und eine gute medizinische Versorgung können dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Kann man eine vaskuläre Demenz stoppen?

Eine vollständige Heilung der Erkrankung ist derzeit nicht möglich. Es gibt jedoch verschiedene Maßnahmen, mit denen sich das Fortschreiten häufig verlangsamen lässt.

Dabei spielt die Behandlung von Gefäßerkrankungen eine wichtige Rolle. Dazu gehört vor allem eine gute Einstellung des Blutdrucks, die Behandlung von Diabetes und die Senkung erhöhter Cholesterinwerte. Auch ein gesunder Lebensstil kann sich positiv auswirken. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Rauchen unterstützen die Gefäßgesundheit.

Darüber hinaus können geistige Aktivität und soziale Kontakte dabei helfen, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Lebenserwartung bei vaskulärer Demenz

Die Lebenserwartung bei vaskulärer Demenz kann von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein. Sie hängt stark vom allgemeinen Gesundheitszustand sowie von bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab.

Im Durchschnitt beträgt die Lebenserwartung nach der Diagnosestellung noch etwa fünf bis zehn Jahre, wobei sowohl kürzere als auch deutlich längere Verläufe möglich sind. Entscheidend ist vor allem, wie gut Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßerkrankungen behandelt werden. 

Endstadium und Verlauf am Lebensende bei vaskulärer Demenz

Im Endstadium der vaskulären Demenz sind die kognitiven Fähigkeiten in der Regel stark eingeschränkt. Die Betroffenen benötigen umfassende Unterstützung im Alltag und sind häufig vollständig pflegebedürftig. Neben Gedächtnisstörungen leiden sie unter Orientierungslosigkeit, eingeschränkter Kommunikation sowie körperlichen Beschwerden wie Schluckstörungen oder zunehmender Schwäche.

Die Erkrankung selbst ist in der Regel nicht direkt tödlich. Oft sind es Komplikationen wie erneute Schlaganfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionen, die zum Tod führen. Eine gute pflegerische und medizinische Betreuung kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten. 

Vaskuläre Demenz: Therapie und Prävention

Eine ursächliche Heilung der vaskulären Demenz ist derzeit nicht möglich. Der Fokus der Therapie liegt deshalb vor allem auf der Behandlung der zugrunde liegenden Gefäßerkrankung und der Vermeidung weiterer Hirnschäden.

Dazu gehört insbesondere eine gute Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten sowie eine konsequente Behandlung kardiovaskulärer Risikofaktoren. Auch körperliche Aktivität, Rauchstopp und eine gesunde Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Ergänzend können kognitive Trainingsprogramme und soziale Aktivitäten die Alltagskompetenz unterstützen.

Fazit

Die vaskuläre Demenz ist eine häufige Form der Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird. Typisch hierfür sind kognitive Einschränkungen, körperliche Symptome und ein meist schubweiser Verlauf.

Auch wenn eine Heilung derzeit nicht möglich ist, kann der Krankheitsverlauf durch die Behandlung von Risikofaktoren, gesunde Lebensgewohnheiten und eine angepasste pflegerische Betreuung positiv beeinflusst werden. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um Betroffene individuell zu unterstützen und ihre Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Häufige Fragen zur vaskulären Demenz

Ist vaskuläre Demenz erblich bedingt?

Eine direkte Vererbung ist selten. Allerdings können Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen familiär gehäuft auftreten und somit das Risiko indirekt erhöhen.

Kann man vaskuläre Demenz im MRT erkennen?

Ja, im MRT lassen sich häufig kleine Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen oder Veränderungen der Hirnsubstanz erkennen, die typisch für eine vaskuläre Demenz sind.

Kann Bewegung den Verlauf einer vaskulären Demenz beeinflussen?

Ja, regelmäßige körperliche Aktivität kann die Durchblutung fördern, Gefäßrisiken reduzieren und sich positiv auf kognitive Fähigkeiten und Alltagsfunktionen auswirken.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine vaskuläre Demenz?

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Diabetes mellitus, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ist die vaskuläre Demenz heilbar?

Eine vollständige Heilung ist nicht möglich. Durch eine gute Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes kann das Fortschreiten der Erkrankung jedoch oft verlangsamt werden.

 Medizinische und rechtliche Hinweise  

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.  

Quellen

  1. Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Informationen zu Demenzerkrankungen. Zuletzt abgerufen am 09.03.2026. https://www.deutsche-alzheimer.de/demenz-wissen/andere-demenzformen
  2. Amboss. Vaskuläre Demenz. Zuletzt abgerufen am 09.03.2026. https://next.amboss.com/de/article/930Nkf?q=vaskuläre%20demenz
  3. Gesund.bund.de Bundesministerium für Gesundheit – Vaskuläre Demenz. Zuletzt abgerufen am 09.03.2026. https://gesund.bund.de/vaskulaere-demenz
  4. Deutsches Ärzteblatt. Vaskuläre Demenz: Wie erkennen und behandeln? Zuletzt abgerufen am 09.03.2026. https://www.aerzteblatt.de/archiv/vaskulaere-demenz-wie-erkennen-und-behandeln-354b9ec0-b6be-4049-a17d-3547d51cd724
  5. Alzheimer Forschung. Ursachen, Symptome, Verlauf & Therapie - Vaskuläre Demenz. Zuletzt abgerufen am 09.03.2026. https://www.alzheimer-forschung.de/demenz/formen/vaskulaere-demenz/

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