Pflege-WG: Wohngemeinschaft mit Pflegebedarf

Veröffentlicht am 14.01.2026

Drei Senior:innen sitzen beisamen und lächeln.

In einer Pflege-WG können Menschen soziale Kontakte pflegen. Quelle: Canva.de (KI generiert)

Du brauchst Unterstützung im Alltag, möchtest aber nicht allein leben oder in ein Pflegeheim ziehen? Dann kann eine Pflege-Wohngemeinschaft (Pflege-WG) genau das Richtige für dich sein. In einer Pflege-WG lebst du gemeinsam mit anderen Menschen, die ebenfalls Pflege oder Betreuung benötigen. Dabei behältst du so viel Selbstständigkeit wie möglich und erhältst gleichzeitig die Hilfe, die du brauchst.

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Was ist eine Pflege-WG?

In einer Pflege-WG lebst du gemeinsam mit anderen Menschen, die Unterstützung oder Pflege benötigen. Du wohnst nicht allein und musst nicht in ein Pflegeheim ziehen. Stattdessen teilst du dir eine Wohnung oder ein Haus mit mehreren Mitbewohner:innen.

Du hast dein eigenes Zimmer, dass du nach deinen Wünschen einrichten kannst. Küche, Wohnzimmer und andere Räume nutzt du gemeinsam. So bleibst du selbstständig und bist trotzdem gut versorgt.

Pflegekräfte unterstützen dich dort, wo du Hilfe brauchst, zum Beispiel beim Waschen, Anziehen, bei Medikamenten oder im Alltag. Je nach Pflege-WG sind Betreuung und Pflege regelmäßig oder sogar rund um die Uhr für dich da.

Anna Liebig

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In einer Pflege-WG gestaltest du deinen Alltag aktiv mit. Du entscheidest, wie du leben möchtest, und profitierst von Gemeinschaft, Sicherheit und persönlicher Betreuung.

Form der Pflege-WG Kurz erklärt Für wen geeignet?
Selbstorganisierte Pflege-WG Du und deine Mitbewohner:innen organisieren die Pflege selbst. Du wählst den Pflegedienst aus und entscheidest gemeinsam über den Alltag. Angehörige unterstützen oft. Für Menschen mit Angehörigen, die sich aktiv einbringen möchten
Anbieter­geführte Pflege-WG Ein Träger oder Anbieter organisiert Wohnen, Pflege und Betreuung. Du musst dich um wenig kümmern. Für Menschen, die Entlastung und feste Strukturen wünschen
Ambulant betreute Pflege-WG Ein ambulanter Pflegedienst kommt regelmäßig in die WG. Du bleibst Mieter und entscheidest mit. Für Menschen, die Pflege brauchen, aber selbstbestimmt wohnen möchten
Pflege-WG für Menschen mit Demenz Die WG ist speziell auf Demenz ausgerichtet: klare Strukturen, geschultes Personal, sichere Umgebung. Für Menschen mit Demenz und erhöhtem Betreuungsbedarf
Intensivpflege-WG Du erhältst rund um die Uhr medizinische Pflege, z.B. bei schweren Erkrankungen oder Beatmung. Für Menschen mit hohem medizinischem Pflegebedarf

So lebst du in einer Pflege-WG: Alltag und Zusammenleben

In einer Pflege-WG erlebst du, wie Wohnen, Betreuung und Gemeinschaft zusammenkommen. Die folgenden Punkte zeigen dir, wie dein Alltag aussehen kann und was das Zusammenleben ausmacht.

  • Du wohnst in deinem eigenen Zimmer und richtest es mit deinen persönlichen Möbeln ein.
  • Du teilst Gemeinschaftsräume wie Küche oder Wohnzimmer mit den anderen Bewohner:innen.
  • Du gestaltest deinen Tagesablauf nach deinen Bedürfnissen mit festen Zeiten oder ganz flexibel.
  • Du nimmst an gemeinsamen Mahlzeiten teil oder isst für dich, wenn du Ruhe brauchst.
  • Du entscheidest, ob und wie du an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen möchtest.
  • Du erlebst Gemeinschaft und Austausch, bist aber nicht verpflichtet, ständig dabei zu sein.
  • Du ziehst dich jederzeit zurück, wenn du Zeit für dich brauchst.
  • Du bekommst Unterstützung von Pflegekräften im Alltag, ohne, dass sie dir die Selbstständigkeit nehmen.
  • Du kannst Besuch von Angehörigen bekommen und wenn du möchtest, können sie sich aktiv einbringen.
  • Du lebst in einer überschaubaren, familiären Umgebung, die Sicherheit und Nähe bietet.

Pflege und Betreuung: Welche Unterstützung erhältst du?

In einer Pflege-WG stehst du nicht alleine da, wenn der Alltag schwerfällt. Pflegekräfte sorgen dafür, dass du dich wohlfühlst und sicher bewegst. Sie helfen dir beim Waschen, Duschen und Anziehen, unterstützen beim Frisieren oder Rasieren und sorgen dafür, dass du deine Medikamente richtig einnimmst.

Auch bei Mobilität und Bewegung stehen sie an deiner Seite, sei es beim Aufstehen, Hinsetzen, Gehen oder Umlagern im Bett. Sie übernehmen außerdem Aufgaben wie Blutdruck messen, Wunden versorgen oder Vitalwerte kontrollieren, wenn dein Arzt oder deine Ärztin dies empfiehlt.

Die Unterstützung passt sich deinem Tagesablauf und deinen Wünschen an, sodass du entscheidest, wann du Hilfe brauchst und welche Aufgaben du selbst übernehmen möchtest. So bleibst du eigenständig und sicher zugleich.

Kosten und Finanzierung: Was kommt auf dich zu?

Hier erhältst du eine Übersicht über die Kosten und Finanzierung einer Pflege-WG.

Wichtige Kostenbestandteile

  • Miete:
    Du zahlst wie gewohnt Miete für dein Zimmer in der Pflege-WG. Dazu kommen oft Nebenkosten wie Heizung, Strom und Wasser. Diese Kosten müssen in der Regel selbst getragen werden.
  • Verpflegung und Haushaltsgeld:
    Gemeinsame Mahlzeiten oder die Versorgung der Gemeinschaftsräume werden meist als gemeinschaftliche Kosten abgerechnet. Dies betrifft Essen, Getränke und Haushaltsmaterialien.
  • Pflege und Betreuung:
    Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Pflegeleistungen, z.B. die Pflege durch ambulante Dienste. Alles, was darüber hinausgeht (z.B. zusätzliche Betreuungszeiten, hauswirtschaftliche Leistungen), kann selbst bezahlt werden müssen.

 Leistungen der Pflegeversicherung (2026)

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt verschiedene Leistungen, die in einer Pflege-WG genutzt werden können (abhängig von deinem Pflegegrad):

  • Pflegesachleistungen: Geld für ambulante Pflege durch einen Pflegedienst, direkt an den Dienst gezahlt.
  • Entlastungsbetrag: Monatlich 131 € für Unterstützung im Alltag (für alle Pflegegrade).
  • Wohngruppenzuschlag: Monatlich etwa 224 € pro Person, wenn du in einer Pflege-WG mit mindestens drei Bewohnern lebst.

 Zuschüsse und einmalige Unterstützungen

  • Anschubfinanzierung:
    Beim Aufbau einer Pflege-WG kannst du einmalig Zuschüsse bekommen – z.B. etwa 2.613 € pro Person für Anpassungen am Wohnraum oder Einstiegskosten.
  • Wohnumfeldverbesserung:
    Für barrierefreie Umbaumaßnahmen gibt es Zuschüsse von bis zu etwa 4.180 € pro Person.

Hilfe zur Finanzierung

Wenn du oder deine Angehörigen die Kosten nicht allein tragen können, kannst du Sozialleistungen beantragen, z.B.:

  • Hilfe zur Pflege (§ 61 ff. SGB XII):
    Unterstützung vom Sozialamt, wenn Einkommen und Vermögen nicht ausreichen.
  • Wohngeld oder Zuschüsse:
    Manche Kommunen oder Bundesländer bieten zusätzliche Unterstützung an.

Vorteile einer Pflege-WG auf einen Blick

In einer Pflege-WG bist du Teil einer kleinen Gemeinschaft, in der sich alle gegenseitig unterstützen und Rücksicht nehmen. Du profitierst von professioneller Hilfe, ohne die Kontrolle über dein Leben zu verlieren, und kannst selbst entscheiden, wie du deinen Alltag gestaltest.

Die Atmosphäre ist persönlich und vertraut, sodass du dich schnell wohlfühlst. Gleichzeitig hast du jederzeit Ansprechpartner:innen, die auf deine Wünsche eingehen und dich bei Bedarf begleiten. Eine Pflege-WG ermöglicht es dir, aktiv zu bleiben, soziale Kontakte zu pflegen und dein Leben so zu führen, wie es für dich richtig ist.

Mögliche Herausforderungen und Nachteile

Auch wenn eine Pflege-WG viele Vorteile bietet, gibt es einige Punkte, die du bedenken solltest. Das Zusammenleben mit anderen Menschen kann manchmal schwierig sein, besonders wenn unterschiedliche Gewohnheiten, Vorstellungen oder Tagesrhythmen aufeinandertreffen. Konflikte oder Unstimmigkeiten lassen sich zwar meist lösen, erfordern aber Kompromissbereitschaft.

Darüber hinaus hängt viel vom Pflegedienst und der Organisation ab. Wenn Abläufe oder Betreuung nicht gut abgestimmt sind, kann es zu Verzögerungen oder Engpässen kommen. Auch die Kosten sind ein Faktor: Manche Leistungen oder zusätzliche Betreuung müssen eventuell selbst bezahlt werden, sodass ein Eigenanteil entsteht.

Gut zu wissen!
Eine Pflege-WG ist nicht für jeden geeignet. Wer sehr viel Ruhe oder völlige Unabhängigkeit wünscht, könnte sich in einer Gemeinschaft eingeschränkt fühlen. Es ist daher wichtig, vor dem Einzug genau zu prüfen, ob die WG zu den eigenen Bedürfnissen passt.

So findest du eine passende Pflege-WG

Die richtige Pflege-WG zu finden, braucht etwas Zeit und Planung. Zuerst kannst du dich bei Pflegeberatungsstellen, Krankenkassen oder dem örtlichen Pflegestützpunkt informieren. Dort erhältst du Listen mit WGs in deiner Nähe und Beratung, welche Wohnform zu deinen Bedürfnissen passt.

Besichtigungen vor Ort sind sehr wichtig: Achte darauf, wie die Räume gestaltet sind, wie die Pflege organisiert wird und ob die Atmosphäre zu dir passt. Stelle Fragen zu Pflegeleistungen, Tagesabläufen, Kosten und Gemeinschaftsregeln, damit du ein genaues Bild bekommst.

Auch der Austausch mit aktuellen Bewohner:innen und Angehörigen kann helfen, einen realistischen Eindruck zu gewinnen. So kannst du sicherstellen, dass die WG deine Vorstellungen erfüllt, du dich wohlfühlst und gut unterstützt wirst.

Fazit: Selbstbestimmtes Wohnen mit Sicherheit

Eine Pflege-WG bietet die Möglichkeit, selbstbestimmt zu wohnen und gleichzeitig die notwendige Unterstützung zu erhalten. Sie verbindet Gemeinschaft, Sicherheit und individuelle Pflege in einem vertrauten Umfeld. Wer den Alltag aktiv mitgestalten möchte, soziale Kontakte schätzt und auf professionelle Hilfe zählen will, findet in einer Pflege-WG eine wohnliche Alternative zum Pflegeheim. Mit sorgfältiger Auswahl und Beratung lässt sich eine WG finden, die zu den eigenen Bedürfnissen passt und ein Leben mit Geborgenheit und Unterstützung ermöglicht.

Häufige Fragen zu einer Pflege-WG

Welche Pflegestufe braucht man für betreutes Wohnen?

Für betreutes Wohnen ist keine bestimmte Pflegestufe (Pflegegrad) vorgeschrieben. Auf eigene Kosten kann grundsätzlich jeder betreutes Wohnen in Anspruch nehmen, unabhängig vom Pflegegrad.

Was ist der Unterschied zwischen einer Bedarfsgemeinschaft und einer Wohngemeinschaft?

Eine Bedarfsgemeinschaft ist eine rechtliche oder soziale Einheit, in der Menschen finanziell füreinander verantwortlich sind, z. B. beim Arbeitslosengeld II. Eine Wohngemeinschaft hingegen beschreibt das gemeinsame Wohnen mehrerer Personen, die zusammenleben, ohne dass automatisch finanzielle Verpflichtungen zwischen ihnen bestehen.

Was kostet eine Pflege in der Wohngemeinschaft?

Die Kosten variieren je nach Pflegegrad, WG-Modell und Region, in der Regel liegen sie zwischen 1.500 und 3.500 € pro Monat inklusive Miete, Verpflegung und Pflegeleistungen. Die Pflegeversicherung übernimmt einen Teil der Kosten, den Rest müssen die Bewohner:innen selbst zahlen.

Wie hoch ist der Eigenanteil für die Intensivpflege in einer Pflege-Wohngemeinschaft?

Der Eigenanteil hängt stark vom Pflegebedarf, den Leistungen der Pflegeversicherung und den zusätzlichen Betreuungsangeboten ab. Im Schnitt liegt er bei rund 2.500 bis 4.000 € monatlich, kann aber je nach Einzelfall höher oder niedriger ausfallen.

Medizinische und rechtliche Hinweise:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keinesfalls eine professionelle medizinische Beratung. Die enthaltenen Informationen sind nicht dafür geeignet, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen zu beginnen bzw. abzubrechen. Bei gesundheitlichen Anliegen und zur Klärung individueller Fragen sollte stets ein qualifizierter Arzt oder eine qualifizierte Ärztin konsultiert werden. Im Falle gesundheitlicher Probleme ist es wichtig, rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Quellen

  1. Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz, Eine gemeinsame Initiative zur Strukturentwicklung der Landesregierung und der Träger der Pflegeversicherung NRW, Beratungsstandpunkt, Ambulante Wohngemeinschaften; aufgerufen am 15.12.2025 von https://wissenskonsil.de/wp-content/uploads/2025/02/2025_01_17_Beratungsstandpunkt_Ambulante-Wohngemeinschaften.pdf?utm_source=chatgpt.com
  2. Verbraucherzentrale, Die Pflege-Wohngemeinschaft: Eine Alternative zum Heim; aufgerufen am 15.12.2025 von https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflege-in-wohngemeinschaften/die-pflegewohngemeinschaft-eine-alternative-zum-heim-13583
  3. Bundesministerium für Gesundheit, Pflege-Wohngemeinschaften und andere alternative Wohnformen; aufgerufen am 15.12.2025 von https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/pflege/online-ratgeber-pflege/leistungen-der-pflegeversicherung/pflege-wohngemeinschaften-und-andere-alternative-wohnformen.html
  4. Bundesverwaltungsamt Dienstleistungszentrum, Merkblatt, Beihilfe, Neue Leistungsbeträge für Pflegeleistungen ab 1. Januar 2025 (Stand: November 2024); aufgerufen am 15.12.2026 von https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesbedienstete/Gesundheit-Vorsorge/Beihilfe/Merkblaetter/Pflegeleistungen_ab_2025.pdf?__blob=publicationFile&v=1
  5. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII) - Sozialhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes vom 27. Dezember 2003, BGBl. I S. 3022) § 61 Leistungsberechtigte; aufgerufen am 15.12.2025 von https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__61.html
  6. Wohnen.de Wo du zu Hause bist, Vor- und Nachteile von Senioren-WG; aufgerufen am 15.12.2025 von https://www.wohnen.de/magazin/article/Vor--und-Nachteile-von-Senioren-WGs.html?srsltid=AfmBOoqwenD4_vOkCPig6zi6JfddG0JBIsi5PAWUzXsNR-wvro1S5cGP

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