Urlaub für Pflegekräfte – So erholst du dich richtig
Veröffentlicht am 05.12.2025

Urlaub sollte entspannen und erholen. Quelle: Canva.de
Als Pflegekraft hast du jeden Tag ein enormes Leistungspensum, dass viel Energie erfordert. Zwischen Schichtdiensten, Zeitdruck und vielfältigen Aufgaben bleibt die Erholung im Alltag oft auf der Strecke. Umso wichtiger ist die Urlaubszeit. Diese sollte dir die Gelegenheit bieten, Abstand vom Alltag zu gewinnen und deine innerlichen Batterien wieder aufzuladen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du deine Urlaubstage so gestaltest, dass echte Erholung und Regeneration möglich sind.
Gesetzliche und tarifliche Regelungen
Auch in diesem Jahr gab es politische Diskussionen, in denen mehr Urlaub für Pflegekräfte 2025 gefordert wurde. Daran wird deutlich, wie wichtig eine verlässliche und großzügige Urlaubsregelung in deinem Berufszweig ist. Im Tarifvertrag TVöD - Pflege sind 30 Urlaubstage pro Jahr vorgesehen. Zusätzliche Urlaubstage erhält man etwa bei vorliegender Schwerbehinderung.
Kurzer oder langer Urlaub?
Viele Menschen kennen das: in den ersten Urlaubstagen kommt noch keine richtige Erholung auf. Zu sehr sind Körper und Geist noch im Aktionsmodus und man kommt irgendwie nicht so richtig zur Ruhe. Allgemein kann man sagen, dass es einige Tage dauert, bis die Entspannung einsetzt und die Gedanken an den Alltag in den Hintergrund treten. Um richtig abzuschalten, ist daher mindestens ein längerer Urlaub ab zehn Tagen pro Jahr empfehlenswert.
Übers Jahr gesehen, sind aber auch mehrere kleine Auszeiten sinnvoll. Sie frischen die Erholung auf und füllen die leeren Energiespeicher zumindest teilweise. Gerade nach sehr anstrengenden Phasen ermöglichen einige freie Tage ein gewisses Durchatmen.

Anna Liebig
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Verreisen oder zu Hause bleiben?
Wo und wie du dich am besten erholst, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Während dem einen die Reise nicht weit genug gehen kann, liebt der andere ruhige Tage im eigenen Garten. Natürlich spielen bei der Entscheidung auch das eigene Budget und die Vorlieben der Familie eine Rolle. Wichtig ist: mit der richtigen Planung kann man sich sowohl zu Hause als auch auf einer Urlaubsreise gut erholen.
Home sweet Home
Wer zuhause bleibt hat den klaren Vorteil, dem Reisestress aus dem Weg zu gehen. Es sind keine Koffer zu packen, keine Reisepässe zu beantragen, keine Routen oder Flugzeiten zu planen. Außerdem schläft es sich oft im eigenen Bett am besten und man hat seinen gewohnten Komfort um sich. Endlich die Netflix-Serien gucken, die man auf der Wunschliste hat, den Bücherstapel abbauen oder das nette neue Café in der Nachbarschaft besuchen.
Der Nachteil am Urlaub zuhause: Ein Teil der Alltagspflichten bleibt bestehen, vor allem, wenn man Kinder hat. Kochen, einkaufen und waschen fällt dann auch an den freien Tagen an. Zudem gesellen sich gerne noch Aufgaben dazu, die über das Jahr liegen geblieben sind: das Schlafzimmer malern, den Garten pflegen, die Speisekammer aufräumen. Kehrt man dann wieder in den Job zurück, sind zwar viele To-do´s erledigt, doch die Erholung blieb auf der Strecke.
Mit guter Planung kann man hier etwas entgegenwirken:
- Delegiere Haushaltsaufgaben auch an die anderen Familienmitglieder
- Im Urlaub darf das Bett auch mal ungemacht bleiben und es können auch ruhig mal ein paar Krümel mehr rumliegen
- Vielleicht könnt Ihr öfter Essen bestellen, ins Restaurant gehen oder unkomplizierte Gerichte zubereiten
- Du musst nicht die ganze Aufgabenliste abarbeiten. Suche dir einen oder zwei Punkte aus, der Rest kann oft auch noch länger liegenbleiben.
Auf in die Ferne
Keine Frage: ein Ortswechsel kann guttun und schafft automatisch Abstand zum anstrengenden Joballtag. Häufig kommen abseits vom gewohnten Trott neue Gedanken und Ideen auf, die wichtig sind für die nötige Motivation im Job. Zudem erscheint einem nach dem Urlaub die Zeit oft länger und ausgefüllter, weil man viele neue Eindrücke gewonnen hat. Auf Reisen entstehen häufig besondere Erinnerungen, die einem auch in kommenden stressigen Zeiten noch Kraft geben.
Welcher Urlaubstyp bist du?
Wie man sich erholt, ist ganz individuell. Je nachdem, ob man eher introvertiert oder extrovertiert ist und wie sich die aktuelle Lebenssituation gestaltet, können verschiedene Urlaube die nötige Entspannung bringen.
Für körperliche und seelische Regeneration sorgt ein Urlaub in Wellnesshotels, Thermen oder anderen ruhigen Unterkünften, in denen der Tag auch mal einfach nur dahinplätschern darf. Menschen, die sich nach Natur sehnen, finden Ruhe bei leichten Wanderungen, langen Strandspaziergängen, im Wald oder in den Bergen.
Andere wiederum tanken Energie durch Aktivität: eine Städtereise mit Sightseeing, ein All-inclusive-Urlaub mit Animation oder eine Rundreise mit vielen neuen Eindrücken.
Soziale Urlaubstypen profitieren besonders vom gemeinschaftlichen Erleben. Ein Wochenende mit Freunden oder ein Familienurlaub mit vielen gemeinsamen Unternehmungen kann Nähe schaffen und gleichzeitig Erholung bringen.
Und schließlich gibt es Menschen, die im Urlaub allein aufblühen. Alleinreisen kann sehr befreiend sein: Zeit und Rhythmus gehören nur dir. Bis mittags schlafen, ein langer Spaziergang, ein spontaner Cafébesuch - es muss nur dir gefallen.
Mentale Distanz gewinnen
Egal, wo man ist – die eigenen Gedanken nimmt man immer mit. Abschalten fällt auch im Urlaub oft schwer, vor allem wenn man geistig noch bei den Patient:innen oder den Kolleg:innen ist. Ein paar Strategien helfen bei der mentalen Abgrenzung:
- Mit gutem Gefühl in den Urlaub starten: Am besten hinterlässt du deinen Arbeitsplatz so, dass du mit ruhigem Gefühl nach Hause gehen kann. Manchmal hilft dabei eine kleine Checkliste:
- Sind alle offenen To do´s erledigt?
- Wissen die Kolleg:innen über die Tätigkeiten Bescheid, die sie für dich übernehmen müssen?
- Hast du alle relevanten Informationen so hinterlegt, dass die anderen sie finden können?
- Ist klar, wann du wieder kommst und welche Schicht du dann hast?
- Erreichbarkeit reduzieren
- Den Tagesrhythmus frei gestalten: Im Urlaub darf dein natürlicher Rhythmus wieder in den Vordergrund rücken. Schlafen, Essen und Ausruhen sollten dann stattfinden, wenn du Lust dazu hast. Das unterscheidet diese Zeit klar vom Arbeitsalltag.
- Aktivitäten wählen, die guttun: Ob Sport, Sightseeing oder Lesen - wichtig ist, dass es sich gut anfühlt und nicht wie ein Programm, dass erledigt werden muss. Zu hohe Erwartungen oder das Gefühl, im Funktionsmodus bleiben zu müssen, kann verhindern, dass sich Erholung einstellt. Versuche deshalb, auch gedanklich mehr vom „ich muss“ ins „ich kann“ zu kommen.
- Sanft wieder einsteigen: Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub sollte möglichst nicht mit Aufgaben vollgestopft sein. Vielleicht ist es möglich, so zu starten, dass du nicht gleich eine volle Schichtwoche vor dir hast, sondern du nur zwei oder drei Arbeitstage bis zum nächsten freien Tag arbeiten musst. Vereinbart im Kollegenkreis, dass ihr Urlaubsrückkehrer:innen einen Tag Zeit gebt, um wieder gut einzusteigen und alle Infos darüber zu bekommen, was während der Abwesenheit passiert ist.
Fazit: Urlaub ist Selbstfürsorge
Gerade für Pflegekräfte ist Urlaub kein Luxus, sondern ein notwendiger Ausgleich zu einem anspruchsvollen Beruf. Ob lang oder kurz, verreist oder zu Hause – entscheidend ist, dass die Auszeit dir die Möglichkeit bietet, dich zu erholen und Abstand zu gewinnen. Erholung entsteht nicht durch perfekte Planung, sondern durch bewusst gestaltete Momente, in denen Ruhe und Entspannung Raum bekommen. Das ist die beste Voraussetzung, neue Kräfte zu sammeln und für deinen Job wieder mit voller Einsatzfähigkeit bereit zu sein.
Häufige Fragen zum Urlaub für Pflegekräfte
Wie lange sollte ein Urlaub für Pflegekräfte idealerweise dauern?
Für eine echte Erholung empfehlen sich etwa 10 bis 14 Tage am Stück. In dieser Zeit kann der Körper herunterfahren und der Kopf Abstand gewinnen. Viele profitieren jedoch auch von mehreren kürzeren Auszeiten über das Jahr verteilt. Die beste Lösung ist oft eine Mischung aus beidem: eine längere Tiefenerholung plus kleinere Pausen zwischendurch.
Zählt das Wochenende zu meinem Urlaub dazu?
Das hängt von der jeweiligen Urlaubsplanung und eurem Dienstplan ab. Ob ein Wochenende als Urlaub zählt, hängt davon ab, ob du an diesen Tagen laut Dienstplan gearbeitet hättest. Beantragst du beispielsweise Urlaub von Montag bis Freitag, zählen die Wochenendtage davor oder danach nicht dazu. Liegt dein Urlaub jedoch über zwei Wochen, ist das Wochenende Bestandteil der Erholungsphase, aber es wird nicht einzeln als „Urlaubstag“ abgezogen.
Bringt ein Kurzurlaub für Pflegekräfte überhaupt etwas?
Ja, sehr viel sogar. Ein Kurzurlaub von drei bis fünf Tagen kann gerade im Schichtdienstalltag enorm entlasten. Viele Pflegekräfte berichten, dass kurze Auszeiten leichter zu planen sind und weniger Erwartungsdruck erzeugen. Sie eignen sich gut, um zwischendurch bewusst abzuschalten und neue Energie zu sammeln.
Ist es besser, im Urlaub zu verreisen oder zu Hause zu bleiben?
Beide Urlaubsformen können erholsam sein. Ein Urlaub zu Hause bietet Ruhe und Entschleunigung ohne organisatorischen Aufwand. Eine Reise ermöglicht Abstand zum Arbeitsumfeld und kann das Abschalten erleichtern. Wichtig ist, dass der Urlaub wenig Druck erzeugt und deinen Bedürfnissen entspricht, egal ob unterwegs oder in den eigenen vier Wänden.
Wie kann ich als Pflegekraft im Urlaub wirklich abschalten?
Das gelingt leichter, wenn du ein paar Dinge bewusst vorbereitest: Den letzten Arbeitstag gedanklich abschließen
- Erreichbarkeit während des Urlaubs reduzieren
- Die ersten freien Tage ohne feste Pläne beginnen
- Aktivitäten wählen, die dir wirklich guttun
- Genügend Schlaf und Pausen zulassen
Quellen
Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). https://www.vka.de/tarifvertraege/tvoed. Zugegriffen am 28. November 2025.











